Judo im TuS

Daten und Zahlen

Die Judo-Abteilung des TuS Wichlinghofen umfasst mit knapp 170 Mitgliedern, die nominell beim Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband und damit auch beim Landessportbund NW gemeldet sind, rund ein Viertel der Mitglieder des Gesamtvereins. Von diesen 170 Mitgliedern sind 120 als Aktive gemeldet. Von diesen Aktiven wiederum sind 110 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 18 Jahren.


Training – Philosophie, Inhalte und Ziele

JUDO beim TuS Wichlinghofen - Was ist das!? Das ist Spiel und Spaß, Sport und Fitness, Zweikampf und Teamgeist, und das ist das, was die Kinder und Jugendlichen, Mädchen wie Jungen, Männer und Frauen des TuS Wichlinghofen zusammen mit ihren Übungsleitern und Trainern daraus machen!

Judo-Training 2007

„To play judo“ heißt es international, wenn man davon spricht, dass man Judo betreibt.
Doch trotz des Spaßfaktors bleibt festzustellen, dass Judo eine Sportart mit hochkomplexem Anforderungsprofil ist, psychisch wie physisch.
Ein hoher Grad an konditionellen, koordinativen als auch kognitiven Fähigkeiten, sowie an Durchsetzungsvermögen und Kampfeswillen ist erforderlich, um Judo (später) erfolgreich betreiben und erleben zu können.

Diese Erfordernisse versuchen unsere Übungsleiter und Trainer teilnehmergerecht im Training umzusetzen.

Da wird gekämpft oder auch nur rumgerauft. Da werden Judotechniken im Stand (Würfe) und im und am Boden (Haltegriffe, Armhebeltechniken und Würgegriffe) gezeigt und eingeübt, - solange die Konzentration und das Interesse reichen.
Da wird auch lustig und kämpferisch Ball gespielt, da wird geklettert und balanciert, da werden Kopfstand, Handstand, Radschlag und andere kleine Turnübungen ausprobiert, u.a. Schnelligkeit und Beweglichkeit trainiert, Strategie und Taktik besprochen, sowie die traditionelle japanische Etikette eingeübt. Gelehrt wird und gelernt werden muss, zu gewinnen und auch zu verlieren (... nicht jedermanns und jederfrau Sache!).

Obwohl die landläufige Übersetzung des Wortes Judo der „sanfte Weg“ bedeutet, heißt dies nicht, dass nicht auch eine gewisse Härte, ein entsprechendes Durchhaltevermögen gegenüber sich selbst (innerer „Schweinehund“) und Durchsetzungsvermögen gegenüber anderen eingeübt und trainiert werden muss:

Miteinander gegeneinander!

 

Judo-Training 2007

Die Förderung der Selbstbehauptung und des Selbstbewusstseins sind weiterer Teile unseres Trainingskonzeptes; besonders für unsere weiblichen Judoka. „Hart aber fair“ heißt die Devise. Der Ton beim Training ist schon mal rau, aber eigentlich herzlich. Und ab und zu gibt es auch mal paar "blaue Flecken".

Sportlich korrektes, regelkonformes und absolut faires Verhalten sind unsere Trainingsinhalte, die sich deutlich abgrenzen sollen von Gewalt und Brutalität! Nicht nur der Abbau von Aggression, sondern auch der Umgang mit Aggression und Aggressivität gehören mit zum Alltagsgeschäft des Judotrainings.

Auch wenn unser Training teilnehmerorientiert ist, sind eingeforderte Disziplin und einzuübende Selbstdisziplin kein Widerspruch unseres Anspruches.
Um ein teilnehmerorientiertes und differenziertes Training gewährleisten zu können, steht ein qualifiziertes, mehrköpfiges Übungsleiter- und Trainer-Team zur Verfügung, das sich gegenseitig ergänzt oder in Ausnahmefällen sich gegenseitig vertritt. Dass ein Training ausfällt, ist also un-wahrscheinlich - und in den letzten 28 Jahren unter der Abteilungsleitung von Gangolf Lohner so gut wie noch nie vorgekommen. Kontinuität und Zuverlässigkeit gehören auch zur Trainingsphilosophie unserer Judo-Abteilung.


Wettkämpfe

Auch wenn in der U11 (7 – 10jährige) und auch noch zum Teil in der U 14 (11 – 13jährige) der Spaß und das Spiel, das vielfältige Sammeln und die individuelle Förderung von Bewegungserfahrungen als sportliche Leistung im Vordergrund stehen, erfolgt spätestens ab U14 eine stärker wettkampforientierte Zielsetzung des Trainings. Denn JUDO ist eine olympische Zweikampf- und Wettkampfsportart, bei den Männern als auch bei den Frauen.
Allerdings ist die Teilnahme an offiziellen Wettkämpfen freiwillig, dennoch besitzt der „Shiai“ (Wettkampf) bei der Beurteilung der sportlichen Leistung das höchste Ansehen; und dies unabhängig vom Erfolg!!!
„Dabeisein ist eben alles“ lautet hier unsere Devise; denn: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren".

Judo-Training 2007

Dass unser Training auch sportliche Wettkampferfolge zutage bringt, zeigen die Erfolge bei den Dortmunder Kreis-Pokalturnieren, bei denen die Siege bzw. die Platzierungen der einzelnen Kämpfer und Kämpferinnen als Punkte dem jeweiligen Verein gutgeschrieben werden. Von den ca. 14 Judovereinen im Kreis Dortmund gehört der TuS Wichlinghofen seit jeher in den Altersklassen der U11 / U14 / U17 immer zu den drei besten Vereinen im Judokreis Dortmund. Viele, viele erste Plätze sind dabei.

Aber Judo zeichnet sich nicht nur durch Wettkämpfe und Wettkampferfolge als Form der sportlichen Leistung aus, sondern auch durch


Gürtel und Gürtelprüfungen

Bekannt sind asiatische Kampfsportarten auch dadurch, dass ihre Sportkleidung (Judogi, Karategi etc.) u.a. durch einen Gürtel gehalten und „geziert“ wird.
Da gibt es einmal die Farbgurte, die die verschiedenen Ausbildungsstufen (beim Judo sind es 8, auch Kyu-Grade genannt) symbolisieren sollen.

Man beginnt mit einem weißen Gürtel und nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit und einem entsprechenden Leistungsstand stellt man sich der ersten Prüfung zum 8. Kyu. Nach bestandener Prüfung, die nur Schwarzgurte (DAN-Träger) mit gültiger Prüferlizenz abnehmen dürfen, trägt der Judoka seinen ersten farbigen Gürtel, nämlich den weiß-gelben Gürtel.
Die Inhalte und Ziele sowie die Durchführung und die Zeiten zwischen den einzelnen Gürtelprüfungen werden durch die „Ausbildungs- und Prüfungsordnung“ (DJB/NWDK) bestimmt.
Am Ende dieser acht Ausbildungsstufen steht der 1. Kyu-Grad, der Braungurt, sozusagen die „Gesellenprüfung“.

Judo-Training 2007

Mit zur Vorbereitung auf die nächste Gürtelprüfung gehört beim TuS Wichlinghofen allerdings auch die Teilnahme an Wettkämpfen. Wettkämpfe sind Teil unseres Ausbildungs- und Trainingsprogramms.
Aufgrund ihres gezeigten Einsatzes und der zusätzlich investierten Zeit (denn Wettkämpfe werden auch als "Anwendungstraining" anerkannt) erreichen unsere aktiven Wettkämpfer eher die Zulassung zur Kyu-Prüfung als Judoka, die freiwillig auf Wettkämpfe verzichten.

Einteilung der Gürtelfarben bzw. Kyu-Grade:

8. KYU = weiß-gelber Gürtel
(vollendetes 7. Lebensjahr)
7. KYU = gelber Gürtel
(ab 8. Lebensjahr / Jahrgang)
6. KYU = gelb-oranger Gürtel
(ab 9. Lebensjahr / Jahrgang)
5. KYU = oranger Gürtel
(ab 10. Lebensjahr / Jahrgang)
4. KYU = orange-grüner Gürtel
(ab 11. Lebensjahr / Jahrgang)
3. KYU = grüner Gürtel
(ab 12. Lebensjahr / Jahrgang)
2. KYU = blauer Gürtel
(ab 13. Lebensjahr / Jahrgang)
1. KYU = brauner Gürtel
(ab 14. Lebensjahr / Jahrgang)

Danach kommen die Schwarzgurte, auch Dan-Grade genannt. Beim Deutschen Judo-Bund (DJB) bzw. beim Nordrhein-Westfälischen Dankollegium (NWDK) kann man, beginnend mit dem 1. Dan, bis zum 5. Dan Prüfungen ablegen. Diese Prüfungen werden auf Landesverbandsebene durchgeführt. Danach erhält man höhere Dan-Grade nur durch Verleihung, aufgrund von besonderen Verdiensten für den Judosport auf Landes- und Bundesebene.
Bis zum 5. Dan sind die Gürtel schwarz. Ab 6. Dan darf man einen rot-weißen Gürtel tragen.